Fashion Fulfillment ist die Logistik für Online-Modehändler: Wareneingang mit Qualitätskontrolle, Etikettierung, Lagerung nach Größe und Farbe, Kommissionierung, Versand und die Aufbereitung von Retouren. Beckmann Systemlogistik macht das seit 1985 aus Köln, an zwei Standorten, für maximal 100 Marken gleichzeitig, mit 99,99% Pick-und-Pack-Genauigkeit.
- 76 bis 99% der Moderetouren sind wieder A-Ware, wenn jemand die Aufbereitung macht
- 99,99% Pick-und-Pack-Genauigkeit, höchstens ein Fehler pro 10.000 Sendungen
- seit 1985 familiengeführt in Köln, kein Investor, kein Exit-Plan
- max. 100 Marken gleichzeitig, Ø-Partnerschaft über sechs Jahre
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Fashion Fulfillment klingt nach Logistik. Aber wer Kleidung online verkauft, mit eigenem Design, eigener Markensprache, eigener Community, weiß: Das Paket transportiert mehr als ein Produkt. Es transportiert einen Eindruck. Eine Erwartung. Eine Entscheidung darüber, ob diese Marke beim nächsten Mal wieder eine Chance bekommt.
Dieser Text richtet sich an Modemarken, bei denen jedes Stück zählt. Er erklärt, was im Rücklauf tatsächlich passiert, wie Flachware und Hängeware sich unterscheiden, was das Vernichtungsverbot seit Juli 2026 mit deinem Lager zu tun hat, und was du von einem Partner konkret verlangen kannst.
Die Zahl, die alles erklärt
Das EHI Retail Institute hat im Sommer 2025 124 Onlinehändler aus der DACH-Region befragt. Bei 24,5% der Modehändler liegt die Retourenquote zwischen 36 und 50%. Bei 12,2%, also jedem achten, kommt mehr als die Hälfte aller Bestellungen zurück.
Der Retourenforscher Björn Asdecker von der Universität Bamberg rechnete für 2025 mit rund 550 Millionen Retourenpaketen in Deutschland, nach 530 Millionen im Jahr davor. Ein Rekord. Mode ist die Kategorie mit den höchsten Rücksendequoten im deutschen Onlinehandel: Laut EHI-Erhebung 2024 geben 65% der Fashion- und Accessoires-Händler an, dass mehr als jeder vierte Artikel zurückkommt.
Das ist nicht das eigentliche Problem. Passform und Material lassen sich online nicht prüfen, also werden zwei Größen bestellt und eine behalten. Das gehört zum Geschäftsmodell. Das eigentliche Problem ist, was danach passiert.
Was mit zurückgeschickter Mode passiert
Aufbereitung bringt ein zurückgeschicktes Kleidungsstück zurück in den Auslieferungszustand: Steaming gegen Falten, Sichtprüfung auf Tragespuren, sauberes Neufalten, frische Versandverpackung, bei Bedarf neue Hangtags. Laut EHI sind 76 bis 99% der Moderetouren als A-Ware wieder verkäuflich. Ob sie es bleiben, entscheidet die Arbeit nach dem Auspacken.
Ein zurückgesendetes Kleidungsstück ist selten kaputt. Der Grund für die Rücksendung ist meistens eine Auswahlentscheidung, kein Defekt. Genau deshalb trennt sich hier die Spreu: nicht im Versand, im Rücklauf.
- Steaming. Ein Pullover, der gefaltet im Rückpaket ankam, sieht nach dem Auspacken nicht aus wie ein Produkt für 89 Euro. Er sieht aus wie ein Pullover, der zurückgeschickt wurde. Dämpfen ist kein Luxus-Extra, sondern die Voraussetzung dafür, dass Retourenware die Qualitätswahrnehmung wieder erreicht, für die deine Marke steht.
- Qualitätskontrolle. Jedes Stück wird einzeln begutachtet: Tragespuren, Beschädigungen, Abweichungen, die eine Auslistung aus dem Primärbestand rechtfertigen. Das erfordert geschulte Augen, nicht einen schnellen Scan. Wer diese Kontrolle auslässt, schickt irgendwann ein getragenes Stück an die nächste Kundin. Das ist kein Logistikfehler, das ist ein Markenfehler.
- Neu falten und verpacken. Ware, die wieder eingelagert wird, muss in dem Zustand eingelagert werden, in dem sie ausgeliefert werden kann. Nicht in dem Zustand, in dem sie angekommen ist. Das klingt selbstverständlich. In Lagern, die auf Durchsatz optimieren, ist es das nicht.
- Schnelle Rückbuchung. Viele Modeartikel sind zeitkritisch. Eine Bluse, die in Woche drei einer Kollektion zurückkommt und erst in Woche fünf wieder verfügbar ist, liegt zwei Wochen im Lager und ist trotzdem nicht verkaufsfähig. Retourengeschwindigkeit ist direkt umsatzrelevant.
Wie sich die Quote davor schon drücken lässt, steht unter Retourenquote senken. Wie der Rücklauf im Lager organisiert wird, im Beitrag zum Erfolgsfaktor Retourenbearbeitung.
Flachware oder Hängeware: wie Mode gelagert wird
Flachware liegt gefaltet im Fachbodenregal, Hängeware hängt an Stangen im Hängelager. Gefaltet wird alles, was Falten verträgt: Shirts, Strick, Jeans, Streetwear. Hängend gelagert wird, was Form halten muss: Sakkos, Mäntel, Kleider, Blusen aus empfindlichen Stoffen. Frag jeden Anbieter, welche der beiden Lagerarten er tatsächlich betreibt.
Die Unterscheidung wird in Anbieterprofilen oft als Nebensatz behandelt und ist in Wahrheit eine Grundsatzfrage. Flachware heißt in Ausschreibungen auch Liegeware, gemeint ist dasselbe. Ein Hängelager braucht andere Regaltechnik, andere Wege im Lager und eine andere Verpackung beim Versand. Wer Konfektion hängend führt, muss das Stück beim Packen falten und wieder in Form bringen. Wer Flachware führt, kann ein Sakko zwar lagern, liefert es aber nicht so aus, wie eine Marke es sich vorstellt.
Für den größten Teil des D2C-Modemarktes, Streetwear, Jersey, Strick, Basics, Sportbekleidung, ist Flachware mit sauberem Steaming der richtige Weg. Für Konfektion und Abendmode ist es Hängeware. Beides in einem Lager zu betreiben, geht, kostet aber Fläche, und Fläche steht in der Kalkulation. Ein Partner, der beides behauptet, sollte beides zeigen können. Bei uns liegt der Schwerpunkt auf Flachware mit sorgfältiger Aufbereitung. Hängeware führen wir auch, mit begrenzter Kapazität. Ob deine Kollektion da hineinpasst, klären wir vor der Bewerbung, nicht danach.
Wareneingang: wo Qualitätsprobleme gestoppt werden
Textilien kommen nicht immer so an wie bestellt. Labelingfehler, Farbabweichungen, Verarbeitungsmängel: Bei globaler Produktion ist das keine Seltenheit. Die Frage ist nicht, ob es passiert. Die Frage ist, wer es zuerst bemerkt, dein Fulfillment-Partner oder deine Kunden.
Hangtags und Etikettierung. Viele Modemarken, besonders solche, die direkt beim Produzenten einkaufen, brauchen im Wareneingang Nachbearbeitung: Preisschilder, Hangtags mit Markenlogo, Größenetiketten, Pflegehinweise. Für kleine und mittelgroße Marken ist das Standard, kein Ausnahmefall. Ein Partner, der das nicht in den Prozess integriert, erzwingt eine logistische Zwischenstation, die Zeit und Geld kostet.
Variantenkontrolle. Bei Textilien ist die Artikeltiefe hoch: Größen, Farben, Schnitte. Ein Shirt in Größe S schwarz und Größe M schwarz sehen einander sehr ähnlich. Wer im Wareneingang nicht sorgfältig prüft und je Variante eine eigene Artikelnummer dokumentiert, legt den Grundstein für Kommissionierfehler. Die zeigen sich nicht beim ersten Paket. Sie zeigen sich als Häufung von Größenreklamationen, bei der niemand mehr weiß, wo im Prozess es schiefging.
Verpackung als Teil des Produkts. Bei Mode entscheidet das Auspacken mit über den Eindruck. Seidenpapier, Beilagen, Karte, Klebeband in der Markenfarbe: Das gehört zur Ware, nicht zum Versandmaterial. Wie sich das ohne Aufschlag im Materialverbrauch lösen lässt, steht unter Value Engineered Packaging, die Grundlagen unter E-Commerce-Verpackung.
Kollektionswechsel als operativer Stresstest
Mode hat keine gleichmäßige Logistikbelastung. Zweimal im Jahr wechseln Kollektionen. Neue Artikel kommen rein, alte gehen raus, alles gleichzeitig unter Zeitdruck, und meistens kurz vor der Peak Season.
Für Marken mit eigenem Design ist dieser Moment besonders kritisch. Die neue Kollektion ist das, womit du gerade arbeitest. Sie muss sofort korrekt erfasst, eingelagert und kommissionierbar sein. Neue Varianten werden angelegt und dokumentiert, das Lagerpersonal kennt die neuen Produkte, alte Artikel werden ausgesteuert.
Das klingt nach Standard. Es ist es nicht überall. Die Fehler, die in Kollektionswechsel-Wochen entstehen, zeigen sich in den Wochen danach: erhöhte Fehlerquoten, Kundenbeschwerden, Bestände, die nicht stimmen. Wer jetzt denkt, das seien operative Kleinigkeiten, denkt wie die meisten Marken. Bis sie einen Partner haben, bei dem diese Kleinigkeiten nicht funktionieren.
Warum Marken an spezialisierter Fashion-Fulfillment-Logistik scheitern
Marken scheitern an Fashion-Fulfillment-Logistik selten an der Software und fast immer am Rücklauf. Die häufigsten Fehler in der Retourenabwicklung: Retouren kommen schneller zurück, als sie aufbereitet werden, Ware liegt ungeprüft im Lager und fehlt im verkaufbaren Bestand. Dazu Kollektionswechsel ohne Prozess und Größenverwechslungen, die erst als Reklamationshäufung sichtbar werden.
Es gibt Fashion Fulfillment für Massenware und Fashion Fulfillment für Marken mit Persönlichkeit. Auf dem Papier beschreiben beide denselben Prozessablauf. Der Unterschied liegt nicht im Workflow-Diagramm. Er liegt in der Aufmerksamkeit pro Stück, im Verhältnis zwischen Volumen und Sorgfalt, und in der Frage, ob dein Ansprechpartner deine aktuelle Kollektion kennt oder ob du bei jeder Rückfrage von vorne anfängst.
Kleine und mittlere Modemarken mit eigenem Profil haben eine Eigenschaft, die in keiner Logistikkennzahl auftaucht: Zu ihren Kunden besteht eine persönliche Beziehung. Die kaufen nicht, weil es günstig ist oder weil eine Plattform es oben ausspielt. Sie kaufen, weil sie der Marke vertrauen. Dieses Vertrauen wird mit jedem Paket entweder bestätigt oder beschädigt.
Das Vernichtungsverbot seit dem 19. Juli 2026
Seit dem 19. Juli 2026 dürfen große Unternehmen unverkaufte Kleidung, Accessoires und Schuhe nicht mehr vernichten. Rechtsgrundlage ist Artikel 25 der EU-Ökodesign-Verordnung 2024/1781. Mittlere Unternehmen folgen am 19. Juli 2030, Kleinst- und Kleinunternehmen sind vorerst ausgenommen. Wer entsorgt, muss Menge, Gewicht, Grund und Entsorgungsweg jährlich offenlegen.
Betroffen sind zunächst Unternehmen mit mehr als 250 Beschäftigten oder mehr als 50 Millionen Euro Jahresumsatz. Für die meisten D2C-Modemarken heißt das: Dich bindet das Verbot heute noch nicht. Wer dir jetzt etwas anderes erzählt, verkauft dir Angst.
Interessant ist die Regel trotzdem, und zwar aus einem anderen Grund. Sie schreibt fest, was in der Branche ohnehin passiert: Ware zu vernichten wird zur begründungspflichtigen Ausnahme. Die Kommission hat am 9. Februar 2026 in einer delegierten Verordnung geregelt, welche Ausnahmen gelten und wie sie zu belegen sind. Belegen kann das nur, wer den Zustand jedes zurückgesendeten Stücks dokumentiert hat.
Damit wird die Retourenprüfung, die heute Marge sichert, in einigen Jahren zur Datengrundlage einer Meldepflicht. Ein Lager, das B-Ware nur wegsortiert, produziert keine Zahlen. Ein Lager, das jeden Artikel mit Grund und Zustand erfasst, produziert sie nebenbei. Der Aufwand ist derselbe, das Ergebnis nicht.
Retouren als Rohstoff, nicht als Kostenfaktor
Ein Gedanke, den viele Fulfillment-Gespräche auslassen: Richtig gehandhabt sind Retouren im Fashion-Segment kein reiner Kostenfaktor. Richtig gehandhabt sind sie ein Rohstoff.
Jedes Stück, das korrekt aufbereitet und wieder eingelagert wird, kannst du erneut verkaufen, zum vollen Preis. Jedes Stück, das wegen mangelhafter Aufbereitung in die B-Ware oder in die Entsorgung geht, ist Marge, die du verlierst. Bei einer Retourenquote von 40% und einem Stückpreis von 89 Euro entscheidet dieser Unterschied über einen erheblichen Teil des Jahresergebnisses.
Der ReCommerce-Ansatz, B-Ware systematisch erfassen statt entsorgen und über getrennte Kanäle vermarkten, gewinnt auch im Fashion-Segment an Bedeutung. Wer seinen Retourenprozess heute mit diesem Gedanken aufbaut, hat morgen mehr Optionen, und ab 2030 auch die Zahlen für die Offenlegung. Was das für die Umweltbilanz bedeutet, steht unter nachhaltiges Fulfillment.
Was kostet Fashion Fulfillment in Deutschland?
Fashion Fulfillment kostet in Deutschland pro Sendung typischerweise 4,50 bis 9,00 Euro inklusive Lagerung und nationalem Versand. Mode hat drei Positionen, die andere Sortimente nicht haben: Retourenaufbereitung je Stück, Value Added Services im Wareneingang und Lagerplatz für die Variantentiefe aus Größen und Farben. Danach fragen, bevor unterschrieben wird.
Die Spanne allein sagt wenig. Aussagekräftig wird sie erst durch das, was nicht darin steht. Bei Mode ist die Retoure der Posten, der eine gute Kalkulation von einer schönen unterscheidet: Wird sie pauschal je Sendung abgerechnet, je Artikel, oder nach tatsächlichem Aufwand? Kostet Steaming extra? Ist das Wiedereinlagern enthalten?
Die vollständige Aufschlüsselung mit allen Positionen steht unter Fulfillment-Preise. Ab wann sich das Auslagern überhaupt rechnet, unter Fulfillment-Outsourcing. Und was eine einzelne Bestellung dich am Ende kostet, unter Cost per Order.
Was du von einem Fashion-Fulfillment-Partner verlangen solltest
- Aufbereitung, nicht nur Rückbuchung. Kann der Partner Retouren so aufbereiten, dass sie auslieferungsbereit sind? Steaming, Neuverpackung, Qualitätsprüfung? Frag nicht, ob er es anbietet. Frag, wie der Prozess konkret aussieht und wer ihn macht.
- Wareneingang mit Value Added Services. Können Hangtags, Etiketten und Labels direkt beim Wareneingang angebracht werden? Gibt es eine Qualitätskontrolle mit dokumentiertem Abnahmeprozess? Für viele Modemarken ist genau das der Grund, überhaupt extern zu fulfillen.
- Lagerart passend zum Sortiment. Flachware, Hängeware oder beides, und was davon läuft heute schon im Bestand des Anbieters? Eine Halle, die noch nie ein Sakko gehängt hat, wird es nicht für dich lernen.
- Kollektionswechsel-Prozess. Gibt es strukturierte Abläufe für die Neuanlage von Varianten, die Schulung des Teams und die Aussteuerung alter Artikel? Das gehört vor den ersten Wechsel besprochen und dokumentiert, nicht improvisiert.
- Sichtbarkeit der Retourenquote. Welche Produkte kommen wie oft zurück, in welchem Zustand, mit welcher Bearbeitungszeit? Das gehört ins Dashboard, nicht in eine Excel-Datei, die einmal im Quartal kommt.
- Ein Ansprechpartner mit Produktkenntnis. Kein Ticketsystem. Kein Account-Manager-Call nach Schema. Jemand, der dein Sortiment kennt und Bescheid gibt, wenn etwas auffällt, bevor deine Kunden es tun.
Dazu die Vertragsseite: Modemarken haben Saisonalität. Wer in der Zwischensaison für Kapazität zahlt, die er nicht nutzt, hat das falsche Modell. Wie ein Wechsel abläuft, wenn das jetzige Setup nicht mehr passt, steht unter Fulfillment-Anbieter wechseln.
Beckmann und Fashion Fulfillment
Beckmann Systemlogistik ist ein inhabergeführter Familienbetrieb aus Köln, gegründet 1985. Wir arbeiten an zwei Standorten: dem Sitz an der Vogelsanger Straße 387 in 50827 Köln-Bickendorf und der Dieselstraße 2 in 50859 Köln-Lövenich, beide wenige Minuten vom Kölner Autobahnring. Wie das Lager in Köln arbeitet, steht dort im Detail.
Fulfillment für Mode ist einer unserer Schwerpunkte, für Marken, die Wert auf Sorgfalt legen. Das Sortiment unserer Partner reicht von Damenmode und Herrenbekleidung über Streetwear und Sportbekleidung bis zur Arbeitskleidung. Steaming, Qualitätskontrolle, Refolding, Hangtag-Anbringung, Etikettierung: Das gehört bei uns zum Tagesgeschäft. Wir sind kein Lager, das Pakete verarbeitet. Wir sind ein Partner, der Marken pflegt.
Was das konkret bedeutet: ein fester Ansprechpartner im Lager, der dein Sortiment kennt. Der weiß, welche Stücke gedämpft werden müssen. Der die neue Kollektion kennt, bevor sie ankommt. Der dir sagt, wenn eine Größe auffällig oft zurückkommt, bevor du es aus den Bestelldaten ablesen musst. Alle Mitarbeiter sind fest angestellt, keine Zeitarbeit. Der Ansprechpartner von heute ist der von nächstem Jahr.
Angebunden wird über die Systeme, die du ohnehin nutzt: Shopify, WooCommerce, Shopware, oder über eine Warenwirtschaft wie Billbee, wenn neben dem eigenen Shop noch Marktplätze bedient werden. Viele Marken versenden Mode zusammen mit Schmuck und Accessoires, mit Abo-Boxen oder mit Sneakern aus demselben Lager.
Für wen wir nicht passen
Wer große Volumina mit standardisierten Abläufen in einem Großlager braucht, ist bei uns falsch. Wer ausschließlich Hängeware in Konfektionsqualität führt, sollte zuerst mit uns sprechen, bevor er sich bewirbt: Unsere Hängeware-Kapazität ist begrenzt, und ob sie für ein komplettes Sortiment reicht, hängt an der Menge. Wer einen Lieferanten sucht, der nur über ein Ticketsystem erreichbar ist, wird unsere Arbeitsweise anstrengend finden.
Wir nehmen maximal 100 Marken gleichzeitig auf. Das ist keine Marketingzahl, sondern die Grenze, ab der wir die Verpackungsvorgaben nicht mehr im Kopf haben. Ausführlicher steht das unter Nicht für jeden und unter Die 100er-Grenze. Als Boutique-Fulfiller ist das die Voraussetzung dafür, dass die Arbeit oben in diesem Text überhaupt möglich ist.
Häufige Fragen zu Fashion Fulfillment
Was ist Fashion Fulfillment?
Fashion Fulfillment ist die spezialisierte Logistikabwicklung für Online-Modehändler: Wareneingang mit Qualitätskontrolle und Etikettierung, Lagerung nach Größe und Farbe, Kommissionierung, Versand und strukturiertes Retourenmanagement inklusive Aufbereitung. Weil Mode besondere Anforderungen stellt, hohe Retourenquoten, Variantenvielfalt, Saisonalität, Aufbereitungsbedarf, unterscheidet es sich grundlegend von generischem E-Commerce-Fulfillment. Textil-Fulfillment ist der ältere Oberbegriff dafür, und die englische Schreibweise Fashion Fulfilment mit einem l meint ebenfalls dasselbe.
Welche Fulfillment-Anbieter für Mode gibt es in Deutschland?
Der Markt teilt sich grob in drei Gruppen: Großdienstleister mit Textilstraßen und Hängelagern für Konzernmarken, mittelgroße Anbieter mit standardisierten Prozessen für hohe Stückzahlen, und kleine Häuser mit begrenzter Partnerzahl und Handarbeit pro Stück. Welche Gruppe passt, hängt weniger am Volumen als daran, wie viel Aufmerksamkeit ein einzelnes Kleidungsstück bekommen soll. Eine Übersicht des Marktes steht unter Fulfillment Deutschland.
Was bedeutet Steaming im Fulfillment?
Steaming, das Dämpfen von Textilien, glättet Knitter- und Druckfalten, die beim Transport entstehen. Im Fulfillment wird es vor allem bei Retouren eingesetzt: Kleidungsstücke, die gefaltet zurückgeschickt wurden, werden gedämpft und neu verpackt, damit sie wieder dem Qualitätsstandard der Erstlieferung entsprechen. Für Modemarken mit Anspruch an Präsentation ist das kein Sonderprozess, sondern eine Grundvoraussetzung.
Was sind Hangtags und warum sind sie im Fulfillment relevant?
Hangtags sind Anhänger, die Preis, Größe, Materialangaben oder Markeninformationen tragen und oft selbst Teil des Markenerlebnisses sind. Viele Modemarken, die Ware direkt vom Produzenten importieren, müssen diese Tags erst beim Fulfillment-Partner anbringen lassen, bevor die Ware auslieferbar ist. Wer das nicht in den Wareneingang integriert, produziert eine unnötige logistische Zwischenstation.
Warum ist die Retourenquote bei Mode so hoch?
Passform und Material lassen sich online nicht prüfen. Viele Kunden bestellen mehrere Größen oder Varianten, behalten eine und schicken den Rest zurück. Laut EHI-Befragung aus dem Sommer 2025 liegt die Retourenquote bei 24,5% der Modehändler zwischen 36 und 50%. Das ist kein Systemfehler, sondern Teil des Geschäftsmodells. Gutes Fulfillment macht Retouren schnell, günstig und profitabel, nicht unsichtbar.
Ab welchem Volumen lohnt sich externes Fashion Fulfillment?
Ab etwa 300 Sendungen im Monat beginnt Auslagern wirtschaftlich sinnvoll zu werden, bei hoher Retourenquote auch früher, weil der Rücklauf die eigene Arbeitszeit stärker frisst als der Versand. Das eigentliche Signal ist aber nicht das Volumen. Es ist die Frage, wann du zuletzt Zeit hattest, dich um das zu kümmern, was deine Marke ausmacht, statt darum, dass die Bestellungen rausgehen. Für den Einstieg: Fulfillment für Startups.
Gilt das Vernichtungsverbot auch für meine Marke?
Wahrscheinlich noch nicht. Artikel 25 der EU-Ökodesign-Verordnung bindet seit dem 19. Juli 2026 große Unternehmen, ab mehr als 250 Beschäftigten oder mehr als 50 Millionen Euro Jahresumsatz. Mittlere Unternehmen folgen am 19. Juli 2030, Kleinst- und Kleinunternehmen sind vorerst ausgenommen. Ein Retourenprozess, der Zustand und Grund je Artikel dokumentiert, macht die spätere Offenlegung zur Nebensache statt zum Projekt.
Kann Fashion Fulfillment mit anderen Kategorien kombiniert werden?
Ja. Viele Marken versenden Mode zusammen mit Accessoires, Schmuck oder Abo-Boxen aus demselben Lager. Das funktioniert, wenn der Partner die unterschiedlichen Anforderungen sauber trennt. Kleine und leichte Artikel brauchen andere Prozesse und andere Portoklassen als Textilien, hochpreisige Einzelstücke wieder andere. Das muss verstanden und umgesetzt sein, nicht nur zugesagt.
Weiterführende Artikel
Den gesamten Leistungsumfang zeigt unser Fulfillment. Den Überblick über Mode- und Textillogistik jenseits des E-Commerce gibt Fashion Logistik. Wie Kommissionierung und Packen im Detail ablaufen, steht unter Pick und Pack, die Einordnung der Dienstleisterarten unter 3PL und 4PL. Wer erst einmal die Grundlagen braucht: Was ist Fulfillment. Und für Marken, die direkt an Endkunden verkaufen: D2C-Fulfillment.
Dein Fulfillment in Händen, die deine Marke verstehen
Wir nehmen neue Partner auf, wenn ein Platz frei wird. Ausgewählt wird nach der Passung zwischen deiner Marke und unserem Lager, nicht nach dem Onboarding-Aufwand. Erzähl uns, was du versendest, wie hoch deine Retourenquote ist und was dich am jetzigen Setup stört. Zuerst kommt eine E-Mail mit den wichtigen Informationen, danach antwortet Max. Wenn es passt, ein kurzes Gespräch über deine Marke und deine Herausforderungen.
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