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Ankorstore Fulfillment. Wholesale Versand und Logistik unabhängig meistern.

Ankorstore Fulfillment - Wholesale B2B Logistik und Versand

Verzeichnis

Das Wichtigste in Kürze

  • Ankorstore ist ein europäischer B2B-Großhandelsmarktplatz. Anders als Faire bietet es mit „Ankorlogistics“ inzwischen sogar ein eigenes Lager an, derzeit nur in Frankreich. „Ankorstore Fulfillment“ heißt für deutsche Marken deshalb: Ankorstore-Bestellungen selbst oder über einen 3PL versenden.
  • Kosten: 20% Provision auf die Erstbestellung, 10% auf Nachbestellungen. Eigene mitgebrachte Kunden 0% (zzgl. 3% Zahlungsgarantie). Die Versandkosten erstattet Ankorstore.
  • Ankorstore zahlt dich vorab und trägt das Ausfallrisiko (Net 30/60/90). Retouren managt es allerdings nicht. Die liegen bei dir.
  • Der eigentliche Hebel heißt Unabhängigkeit. Wer sein Inventar in das Lager eines Marktplatzes legt, verliert die Freiheit, morgen über Faire, den eigenen Shop oder anderswo zu verkaufen.
  • Ankorstore verkauft europäische Nähe und Beständigkeit. Deine Logistik sollte dieselbe Sprache sprechen.

Ankorstore senkt die Hürde zum Kauf bewusst. Händler bekommen kuratierte Marken, bis zu 60 Tage Zahlungsziel und Gratisversand ab einem überschaubaren Bestellwert. Dir als Marke bringt die Plattform Reichweite in einem europäischen Netz und nimmt dir das Geld- und Ausfallrisiko ab. So weit die Mechanik.

Seit Kurzem bietet Ankorstore an, dir noch etwas abzunehmen: dein Lager. Mit Ankorlogistics hat der Marktplatz ein eigenes Fulfillment aufgebaut, das Lagerung, Kommissionierung, Verpackung und Versand übernimmt.

Genau hier lohnt es, kurz innezuhalten. Denn der bequemste Weg ist selten der, der dich frei lässt. Wer sein Inventar in das Lager eines Marktplatzes legt, tauscht ein Stück Unabhängigkeit gegen Komfort. Und Unabhängigkeit ist für eine wachsende Marke kein Luxus, sondern Betriebskapital.

Dieser Leitfaden zeigt, wie Ankorstore für deutsche Marken wirklich funktioniert, von den Kosten über den Versand bis zu den Retouren. Und warum die Frage „Wer lagert eigentlich meine Ware?“ über mehr entscheidet als nur über Logistikkosten. Er ist für Marken gedacht, die auf Ankorstore verkaufen und einen verlässlichen Partner für den Versand ihrer Ankorstore-Bestellungen suchen, nicht als Empfehlung für oder gegen die Plattform.

Was ist Ankorstore, und was heißt „Ankorstore Fulfillment“?

Ankorstore ist ein 2019 in Paris gegründeter B2B-Großhandelsmarktplatz mit klar europäischer DNA. Er verbindet unabhängige Marken mit kleinen, inhabergeführten Einzelhändlern. Investoren wie Bain Capital Ventures fassten die These in einen Satz: „The Future of Retail is Local“. Nach Branchenangaben verbindet die Plattform rund 30.000 Marken mit über 300.000 Händlern in etwa 28 Ländern. Deutschland gehört zu den Kernmärkten, mit eigenem Büro in Berlin.

Anders als bei Faire steckt im Begriff „Ankorstore Fulfillment“ eine Doppeldeutigkeit. Ankorstore betreibt mit Ankorlogistics ein eigenes Fulfillment: ein 3PL-Angebot mit Lager bei Paris, das Lagerung, Kommissionierung und Versand übernimmt und monatlich abrechnet. Aktuell ist dieser Dienst auf Frankreich begrenzt.

Für eine Marke mit Sitz in Deutschland heißt „Ankorstore Fulfillment“ deshalb heute schlicht: deine Ankorstore-Bestellungen selbst lagern, packen und versenden, oder das einem Fulfillment-Partner überlassen. Die Richtung, in die sich der Markt bewegt, solltest du trotzdem kennen. Dazu gleich mehr.

Was kostet der Verkauf auf Ankorstore für deutsche Marken?

Ankorstore verdient an der Provision, nicht an versteckten Fixkosten. Die Übersicht:

PostenKostenAnmerkung
Erstbestellung (über Marktplatz gewonnen)20% (ex USt.)inkl. Zahlungsgarantie und Versandkostenerstattung
Nachbestellungen10% (ex USt.)der eigentliche Profit-Bereich
Eigene Kunden (My Network / LIFT-Programm)0% Provisionzzgl. 3% Zahlungsgarantie-Gebühr
Versandkostenerstattet AnkorstoreUPS-Prepaid-Labels, kein Auslegen vorab
Listing / Fixkosten0€reines Provisionsmodell
Zahlung an dichvorab, Ankorstore trägt das RisikoHändler zahlt Net 30/60/90

Stand: Juni 2026, laut Ankorstore-Hilfecenter. Ankorstore hat seine Konditionen in der Vergangenheit angepasst. Prüfe vor finanziellen Entscheidungen die aktuellen Angaben im Brand-Portal.

Zwei Dinge fallen sofort auf. Erstens liegt Ankorstore mit 20% auf die Erstbestellung und 10% auf Nachbestellungen unter Faire, das deutschen Marken 25% beziehungsweise 15% berechnet. Zweitens, und strategisch wichtiger: Ankorstore erstattet dir die Versandkosten und gewährt Händlern Gratisversand ab 300€ Bestellwert. Es finanziert den Versand also selbst, statt ihn dem Händler in Rechnung zu stellen.

Wie schon bei Faire ist die wahre Botschaft nicht der Preis, sondern die Lenkung. 20% zur Akquise, 10 % zur Wiederholung, 0% für selbst mitgebrachte Kunden über das LIFT-Programm. Ankorstore will, dass aus dem ersten Verkauf eine Beziehung wird und dass du deine eigenen Händler mitbringst. Beides entscheidet sich nicht im Preis, sondern darin, ob deine Lieferungen so ankommen, dass ein Profi wieder bei dir bestellt.

Wie läuft der Versand einer Ankorstore-Bestellung?

Bestellt ein Händler, versendest du als Marke direkt an ihn. Für den Versand hast du zwei Wege (Ankorstore-Hilfecenter): das Prepaid-Etikett aus der UPS-Partnerschaft, das du im Portal erzeugst und aufbringst, oder deinen eigenen Carrier. In beiden Fällen erstattet dir Ankorstore die Versandkosten, du legst nichts vorab aus.

Praktisch ist es schnell beschrieben: Auftrag annehmen, Ware kommissionieren, sauber und markengerecht verpacken, Etikett aufbringen, übergeben. Klingt simpel, und genau deshalb wird es unterschätzt. Jeder dieser Schritte ist eine Gelegenheit, eine Wiederbestellung zu gewinnen oder zu verspielen. Und anders als bei Faire fängt kein Retouren-Netz einen Fehler auf.

Der Unterschied zu Faire, und warum er dein Lager betrifft

Wer beide Marktplätze kennt, sieht schnell: Ankorstore und Faire ähneln sich im Versprechen aus Reichweite, Vorfinanzierung und langen Zahlungszielen. Sie unterscheiden sich im Detail. Und gerade die Details landen in deinem Lager.

AnkorstoreFaire
Provision (DE-Brands)20% / 10%25% / 15%
VersandkostenAnkorstore erstattet sie dirauf die Händlerrechnung gesetzt
Retourenmanagt Ankorstore nichtkostenlose Retouren auf Erstbestellung
Eigenes Fulfillmentja (Ankorlogistics, FR)nein

Der für dich folgenreichste Punkt steht in der dritten Zeile. Ankorstore wickelt Retouren nicht ab. Eine Rückgabe regelst du direkt mit dem Händler. Bei Faire gibt es auf die Erstbestellung ein Sicherheitsnetz aus kostenlosen Retouren, bei Ankorstore gibt es dieses Netz nicht. Das klingt nach Kleingedrucktem, ist aber ein Hebel. Ohne Retouren-Puffer kostet dich jede falsche Menge, jeder Bruch, jede lieblose Sendung nicht nur Sympathie, sondern direkt Geld und die nächste Bestellung. Genauigkeit ist hier kein Service-Extra, sondern Bestandsschutz.

Der eigentliche Hebel: Unabhängigkeit

Jetzt zur Frage, an der die meisten Ratgeber vorbeischreiben. Ankorstore baut sein eigenes Lager. Amazon hat FBA. TikTok Shop hat sein FBT. Faire bietet zumindest Etiketten an. Die Richtung ist eindeutig. Jeder Marktplatz will früher oder später auch deine Logistik, denn wer das Lager kontrolliert, kontrolliert die Kundenschnittstelle, die Daten und damit dich.

Auf den ersten Blick ist das verlockend. Ein Klick, und die lästige Logistik ist weg. Auf den zweiten Blick handelst du dir zwei Probleme ein.

Das erste ist Lock-in. Liegt dein Inventar im Lager eines Marktplatzes, verkaufst du faktisch nur noch über diesen Marktplatz. Der eigene Shop, Faire, der nächste Kanal: alles wird zur Reibung, weil deine Ware am falschen Ort liegt. Du hast deine Reichweite vergrößert und deine Beweglichkeit verkleinert.

Das zweite ist Fragmentierung. Kaum eine Marke verkauft nur über einen Kanal. Wer auf Ankorstore, auf Faire und im eigenen D2C-Shop verkauft, kann seinen Bestand nicht in drei Marktplatz-Lager gleichzeitig legen. Und das Lager eines Wholesale-Marktplatzes ist ohnehin nur dafür gebaut, dessen eigene Großhandelsbestellungen zu versenden, nicht deine Endkundenpakete aus dem eigenen Shop und nicht deine Faire-Aufträge. Es löst bestenfalls ein Drittel deines Problems.

Der unspektakuläre, aber entscheidende Vorteil eines unabhängigen Partners ist deshalb genau das Gegenteil: ein Bestand, der Großhandel und D2C bedient, viele Kanäle, kein Marktplatz, dem deine Ware gehört. Du bleibst frei, morgen dort zu verkaufen, wo es sich lohnt, ohne dein halbes Unternehmen umzuräumen.

Ankorstore verkauft Nähe. Deine Logistik sollte das auch.

Es gibt einen zweiten Grund, beim Ankorstore-Versand genauer hinzusehen, und er hat mit der Identität der Plattform zu tun. Ankorstores ganze Erzählung ist europäisch, lokal, nah: kleine Manufakturen, kuratierte Sortimente, Händler um die Ecke, kürzere Wege. Genau das schätzen die Einkäufer, die dort bestellen.

Eine Lieferung mit tagelanger Laufzeit, anonymer Verpackung und Ware aus einem fernen Sammellager bricht diese Erzählung, und das fällt hier doppelt auf. Eine saubere, nahe, verlässliche Lieferung aus einem europäischen Lager bestätigt sie. Wer auf Ankorstore verkauft, gewinnt, wenn die Physik der Lieferung zur Geschichte der Marke passt.

Das ist auch der Grund, warum EU-Nähe und nachhaltiger Versand auf Ankorstore mehr sind als Marketing-Vokabeln. Sie sind Teil des Produkts. Wie EU-Fulfillment den DACH- und Europaversand vereinfacht, haben wir an anderer Stelle beschrieben.

Woran du ein Ankorstore-taugliches Lager erkennst

Wenn Genauigkeit Bestandsschutz ist und Unabhängigkeit Betriebskapital, verschiebt sich auch, woran du einen guten Fulfillment-Partner misst. Nicht mehr am niedrigsten Preis pro Paket, sondern an drei nüchternen Fragen.

Kommissioniert er genau, sodass Fehlmengen und Schäden die seltene Ausnahme bleiben, gerade weil Ankorstore kein Retouren-Netz spannt? Bedient er aus einem Bestand sowohl deine Marktplatz- als auch deine D2C-Bestellungen, ohne dass du dein Lager dreimal vorhalten musst? Und bleibt er ein neutraler Partner, der dir gehört, statt einer Plattform, der du gehörst?

Es gibt eine vierte Dimension, die in keiner Tabelle steht und trotzdem über Jahre entscheidet: Beständigkeit. Eine Wholesale-Marke baut ihre Händlerbeziehungen langsam auf, Saison für Saison. Der Partner, der diese Beziehungen physisch trägt, sollte nicht das wackeligste Glied sein. Kein Lager, das bei der nächsten Finanzierungsrunde die Prioritäten wechselt, und im Zweifel kein Ticket-Bot, sondern ein Mensch, der deine Marke kennt.

Das ist Handwerk, kein Fließband. Ein Marktplatz-Lager wickelt dich als einen SKU-Strom unter Tausenden ab. Ein Boutique-Partner dagegen kennt deine Marke beim Namen und versendet dein ganzes Geschäft aus einer Hand: GroßhandelD2C und Marktplatz. Genau dafür stehen wir bei Beckmann seit 1985, als Boutique-Fulfiller aus Köln.

Drei Fragen, bevor du dein Lager weggibst

Bevor du die Logistik an einen Marktplatz übergibst, heute an Ankorlogistics in Frankreich, morgen vielleicht in Deutschland, stell dir drei Fragen ehrlich.

Erstens: Verkaufe ich nur über diesen einen Kanal, oder will ich auch morgen noch frei wählen? Zweitens: Was passiert mit meiner Ware und meinen Daten, wenn sich die Konditionen oder die Strategie der Plattform ändern? Und drittens: Wer spricht mit mir, wenn etwas schiefgeht, ein Mensch, der mein Geschäft kennt, oder ein Formular?

Wer alle drei Fragen gelassen beantwortet, ist bei der Marktplatz-Logistik gut aufgehoben. Wer zögert, sollte sein Lager dort lassen, wo es ihm gehört.

Fazit: Reichweite mieten, Unabhängigkeit behalten

Ob Ankorstore der richtige Kanal für deine Marke ist, entscheidest du selbst; das ist nicht die Frage dieses Textes. Die Frage ist, wer deine Ankorstore-Bestellungen versendet, wenn sie kommen.

Unterscheide dabei zwischen dem, was du mietest, und dem, was du behältst. Reichweite kannst du mieten. Deine Unabhängigkeit, deine Beständigkeit und die physische Qualität deiner Lieferungen behältst du besser selbst in der Hand, statt sie aus Bequemlichkeit abzugeben. Wer dein Lager kontrolliert, kontrolliert am Ende deine Marke.

FAQ

Was kostet Ankorstore für Marken?

Ankorstore berechnet 20 % Provision auf die Erstbestellung eines über den Marktplatz gewonnenen Händlers und 10 % auf Nachbestellungen (jeweils ex USt.). Für eigene, selbst mitgebrachte Kunden fallen 0 % Provision an, dafür eine Zahlungsgarantie-Gebühr von 3 %. Fixkosten oder Listing-Gebühren gibt es nicht. Die Versandkosten erstattet Ankorstore.

Bietet Ankorstore ein eigenes Fulfillment an?

Ja. Mit Ankorlogistics betreibt Ankorstore ein eigenes 3PL-Angebot (Lagerung, Kommissionierung, Versand) mit Lager bei Paris. Es ist derzeit auf Frankreich begrenzt. Deutsche Marken versenden ihre Ankorstore-Bestellungen heute selbst oder über einen unabhängigen Fulfillment-Partner.

Wer zahlt den Versand bei Ankorstore?

Ankorstore erstattet den Marken die Versandkosten und bietet über eine UPS-Partnerschaft Prepaid-Etiketten, sodass du nichts vorab auslegst. Für Händler ist der Versand ab einem Bestellwert von 300 € kostenlos.

Wer wickelt Retouren bei Ankorstore ab?

Ankorstore managt Retouren nicht. Rückgaben regelst du als Marke direkt mit dem Händler. Nicht der Beschreibung entsprechende Ware meldet der Händler an Ankorstore. Ein Sicherheitsnetz wie Faires kostenlose Erstbestell-Retoure gibt es nicht. Umso wichtiger ist eine fehlerfreie erste Lieferung.

Ankorstore oder Faire: Was ist besser für meine Marke?

Beide bringen europäische beziehungsweise internationale Reichweite und lange Zahlungsziele. Ankorstore ist provisionsgünstiger und erstattet den Versand, managt aber keine Retouren. Faire bietet kostenlose Erstbestell-Retouren. In der Praxis ist es selten ein Entweder-oder, viele Marken verkaufen über beide. Entscheidend ist dann ein Lager, das beide Marktplätze und den eigenen D2C-Shop aus einem Bestand bedient.

Brauche ich für Ankorstore ein eigenes Lager?

Nein. Du kannst Lagerung, Kommissionierung und Versand auslagern. Gerade weil Ankorstore keine Retouren abfedert und du meist mehrere Kanäle bedienst, ist ein unabhängiger Partner, der Marktplatz- und D2C-Bestellungen aus einem Bestand versendet und deine Marke persönlich kennt, meist die ruhigere Wahl.

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