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Was ist DHL GoGreen Plus? Der Guide für deinen E-Commerce-Versand

DHL GoGreen Plus und Go Green

Verzeichnis

In vielen Bereichen des E-Commerce ist Konsistenz ein zentrales Prinzip. Produkte, Verpackungen, Markenbotschaften und Marketingmaßnahmen sollen ein stimmiges Gesamtbild ergeben. Insbesondere gilt dies im Bereich der Niche-Brands und im Boutique Anzätze.

Dabei rückt zunehmend auch der Versandprozess in den Fokus – und damit die Frage, ob die Nachhaltigkeitsansprüche an dich und deine Kunden entlang der gesamten Customer Journey durchgehalten werden können.

Ein Produkt, das ökologisch hergestellt, transparent deklariert und hochwertig verpackt ist, trifft auf einen Transport, der auf herkömmlichen Wegen abgewickelt wird – möglicherweise mit einem Kompensationslabel versehen, dessen Wirkung außerhalb des eigenen Unternehmens liegt.

In einem Umfeld steigender Nachhaltigkeitserwartungen, regulatorischer Anforderungen und zunehmender Kundentransparenz stellt sich die Frage: Wie anschlussfähig ist dieses Modell noch?

Greenwashing lauert überall.

2023 hat DHL mit GoGreen Plus ein Angebot eingeführt, das genau hier ansetzt. Es erweitert das bestehende GoGreen-Programm nicht einfach, sondern setzt konzeptionell an einem anderen Punkt an: der Reduktion von CO₂-Emissionen innerhalb der eigenen Logistikinfrastruktur.

Für E-Commerce-Marken eröffnet das neue Möglichkeiten, Nachhaltigkeit tiefer in die eigenen Abläufe einzubetten – und dokumentierbar zu machen.

DHL GoGreen Plus – Fakten und Zahlen (Stand: 2025)

Hier ein paar Facts und Infos zum GoGreen-Plus-Programm, die für E-Commerce-Brands wie deine mit Nachhaltigkeitsfokus relevant sein können:

  • Einführung: 2023 für Geschäftskund:innen in Europa; seit 2024 schrittweise internationale Ausweitung.
  • Zielsetzung: DHL plant laut Konzernstrategie, bis 2030 mindestens 30 % der Luftfracht mit Sustainable Aviation Fuel (SAF) durchzuführen.
  • Reduktionspotenzial SAF: Bis zu 80 % weniger CO₂-Emissionen im Vergleich zu fossilem Kerosin – über den Lebenszyklus.
  • Zustelllogistik: Bis Ende 2025 sollen laut DHL Roadmap europaweit über 30.000 elektrische Zustellfahrzeuge im Einsatz sein.
  • CO₂-Reporting: GoGreen Plus unterstützt sendungsspezifisches Reporting nach ISO 14064-1 – ein Vorteil für Unternehmen mit CSRD- oder GHG-Reportingpflichten.
  • Zertifizierung & Standards: ISO-konform, kompatibel mit ESG-Frameworks, unterstützt Scope-3-Transparenz.
  • Buchbarkeit: Je nach DHL-Service individuell zubuchbar, z. B. als Standardbestandteil oder als Option im Checkout.
  • Skalierbarkeit: Anteil CO₂-reduzierter Transporte frei wählbar (10 – 100 %) – je nach Budget, Strategie oder Produktlinie.

GoGreen vs. GoGreen Plus – zwei Konzepte, zwei Zielrichtungen

Was ist hier eigentlich was? Obwohl beide Programme von DHL unter dem gemeinsamen Dach „GoGreen“ firmieren, verfolgen sie unterschiedliche Strategien zur Reduktion klimarelevanter Effekte im Versand.

1. DHL GoGreen (seit 2006): Offsetting-Ansatz

  • Ziel ist es, die beim Versand entstehenden CO₂-Emissionen durch externe Klimaschutzprojekte zu kompensieren.
  • Die Projekte sind meist global angesiedelt, z. B. Aufforstungsprojekte, Investitionen in erneuerbare Energien oder Methanreduktion.
  • Der Emissionsausgleich erfolgt über den Kauf zertifizierter Emissionsgutschriften.
  • Diese Gutschriften basieren auf Standards wie dem Gold Standard, VCS (Verra) oder Plan Vivo.

Vorteil: Breite Skalierbarkeit, seit Jahren etabliert, sofort umsetzbar.
Herausforderung: Die Wirkung ist nicht direkt im Transportprozess sichtbar; Reduktion erfolgt an anderer Stelle.

2. DHL GoGreen Plus (seit 2023): Insetting-Ansatz

  • Ziel ist die direkte Reduktion von CO₂-Emissionen innerhalb der DHL-Logistikprozesse.
  • Emissionen werden reduziert durch den Einsatz alternativer Kraftstoffe (z. B. SAF, Biogas, HVO), E-Fahrzeuge und erneuerbare Energien in Infrastruktur.
  • Die Emissionsreduktion erfolgt sendungsspezifisch und ist dokumentierbar.

Vorteil: Verbesserte Nachvollziehbarkeit, direkter Einfluss auf Scope-3-Berichterstattung, hohe Anschlussfähigkeit an ESG-Systeme.
Herausforderung: Technologischer Ausbau ist erst im Gange; Kosten höher als bei Offsetting.

Vergleichstabelle:

MerkmalDHL GoGreenDHL GoGreen Plus
StrategieOffsetting (extern)Insetting (intern)
Startjahr20062023
WirkungGlobal über KlimaschutzprojekteDirekt im DHL-Transportnetz
KontrollierbarkeitIndirekt (Projektzertifikate)Direkt (eigene Infrastruktur)
CO₂-NachweisProjektbasierte ZertifikateSendungsscharfes Reporting (ISO 14064)
SkalierungStandardisiert, global einsetzbarModular und flexibel im B2B-Bereich
Marketingwirkung„Klimaneutraler Versand“„CO₂-reduzierter Versand“ (messbar)

https://group.dhl.com/de/nachhaltigkeit/umwelt.html

Warum E-Commerce-Marken von GoGreen Plus profitieren können

Insbesondere im Marken- und Premiumsegment spielt der Versandprozess zunehmend eine Rolle in der Wahrnehmung des Gesamtprodukts. Versand ist nicht nur Logistik – er ist Teil des Kundenerlebnisses.

Und Kunden interessieren sich zunehmend nicht nur für das Produkt selbst, sondern auch dafür, wie es geliefert wird.

Mögliche Vorteile für E-Commerce-Marken:

1. Nachweisbare Reduktion statt symbolischer Ausgleich. Die Emissionen werden dort reduziert, wo sie entstehen – innerhalb der Transport- und Logistikprozesse. Die CO₂-Reduktion basiert auf tatsächlichen Veränderungen im Energiemix, in Fahrzeugflotten und Betriebsabläufen, nicht auf Zertifikatskäufen in externen Projekten.

Diese Daten lassen sich dokumentieren und für unternehmensinternes ESG-Reporting oder im Rahmen von Scope-3-Analysen nutzen. Für kleine Niche Brands ist es aber sicher etwas zu viel an Kennzahlen.

2. Transparente Kommunikation und Integration in die Markenführung. Die Nutzung von GoGreen Plus kann entlang der Customer Journey kommuniziert werden – im Checkout, auf Produktseiten oder in Versandbenachrichtigungen.

Deine E-Commerce-Brand kann so zeigen, wie Versand als Teil einer ganzheitlichen Nachhaltigkeitsstrategie behandelt wird.

3. Skalierbarkeit. Der Anteil an CO₂-reduzierten Sendungen lässt sich flexibel steuern. So können bestimmte Produktlinien, Märkte oder Kundengruppen gezielt eingebunden werden. Auch Pilotprojekte oder testweise Rollouts sind möglich – abhängig von Versandvolumen, Budget und strategischer Ausrichtung.

Herausforderungen und Einschränkungen

Trotz der strukturellen Weiterentwicklung im Vergleich zum klassischen GoGreen-Programm sind bei der Einführung von GoGreen Plus einige Punkte zu beachten:

✘ Kostenstruktur

Nachhaltige Technologien und Kraftstoffe sind derzeit noch teurer als konventionelle Alternativen. Im B2B-Bereich hängen die Preise für GoGreen Plus von Volumen, Vertragsstruktur und Transportwegen ab.

Für kleinere Shops oder Unternehmen mit engen Margen kann dies ein relevanter Faktor sein.

✘ Verfügbarkeit und technische Integration

Nicht alle DHL-Produkte und Versandservices sind flächendeckend mit GoGreen Plus kombinierbar. Besonders in internationalen Multi-Carrier-Setups oder bei Nutzung externer Fulfillment-Partner kann die Integration zusätzlichen Abstimmungsbedarf erfordern.

✘ Kommunikationsaufwand

Der Unterschied zwischen Offsetting und Insetting ist nicht jedem sofort geläufig.

Unternehmen, die GoGreen Plus einsetzen, sollten bereit sein, den Mechanismus zu erläutern – z. B. über Landingpages, Versandinformationen oder Nachhaltigkeitsberichte.

Kontext: Regulatorische Dynamik und wachsende Anforderungen

Nachhaltigkeit im Versand ist kein isoliertes Thema – es ist eingebettet in einen zunehmend komplexen regulatorischen Rahmen:

  • Die EU-Taxonomie definiert, welche wirtschaftlichen Aktivitäten als ökologisch nachhaltig gelten.
  • Die Green Claims Directive verpflichtet Unternehmen zur transparenten, nachweisbaren Kommunikation von Umweltversprechen.
  • Die CSRD bringt neue Berichtspflichten für viele Unternehmen – insbesondere auch im Bereich Scope 3, zu dem Transport und Logistik gehören.

Unternehmen, die Versandemissionen nicht nur kompensieren, sondern reduzieren, können sich damit besser auf diese Entwicklungen vorbereiten.

Fazit: Versand als Bestandteil deiner Brand-Philosophie

Versand war lange ein funktionaler Aspekt – Geschwindigkeit, Kosten und Tracking standen im Vordergrund. Inzwischen wird er zunehmend auch als Bestandteil des Markenbildes verstanden.

Besonders im Onlinehandel, in dem kein physisches Einkaufserlebnis existiert, wird die Lieferung oft zur einzigen direkten Berührung mit dem physischen Produkt.

GoGreen Plus bietet Marken eine Möglichkeit, diesen Kontaktpunkt mit einer konkreten Maßnahme zur Emissionsreduktion zu verknüpfen. Die Verbindung zwischen Produkt, Verpackung und Versand kann so gestärkt werden – nicht nur ökologisch, sondern auch im Sinne eines konsistenten Gesamteindrucks.

Ob dies als Differenzierungsmerkmal genutzt wird oder als Baustein für regulatorische Anforderungen – es ist ein Element, das zunehmend an Bedeutung gewinnt.

Für Brsnds, die ihren CO₂-Fußabdruck transparent reduzieren möchten, ist GoGreen Plus eine Option, die sich mit bestehenden E-Commerce-Strukturen einfach kombinieren lässt.

Denn auf Shopseite muss nichts technisch angepasst werden. Eine Anfrage bei DHL reicht aus. Und nach Umstellung ist das Logo natürlich auch auf jedem Versandlabel enthalten.

PS: Falls du die offiziellen GoGreen PLus Logos auf deiner Website nutzen möchtest, kann hierzu natürlich auch Infomaterial bei DHL angefragt werden.

Weitere Infos:

https://www.onlinehaendler-news.de/logistik/paketdienste/dhl-gogreen-plus-aktiv-widerspricht-zahlt

https://www.dhl.de/de/geschaeftskunden/paket/leistungen-und-services/services/service-loesungen/gogreen-plus.html

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