Der Maxibrief ist das größte Briefformat der Deutschen Post – 35,3 × 25 × 5 cm, bis 1 kg, 2,90 €. Auf dem Papier klingt das nach einer einfachen Sache. In der Praxis ist er das Format, das am häufigsten falsch eingesetzt wird: zu groß für das, was Kompaktbrief oder Großbrief bereits erledigen würden, und in einer Grauzone zu DHL Kleinpaket, die viele Brands nicht kennen.
Dieser Guide beantwortet, wann der Maxibrief die richtige Wahl ist – und wann nicht.
Überblick: Briefformate im Vergleich (Stand 2026)
| Format | Maße (L × B × H) | Max. Gewicht | Porto | Tracking | Für Waren geeignet |
|---|---|---|---|---|---|
| Kompaktbrief | 23,5 × 12,5 × 1 cm | 50 g | 1,10 € | Basis | ✓ national |
| Großbrief | 35,3 × 25 × 2 cm | 500 g | 1,80 € | Nein | ✓ national |
| Maxibrief | 35,3 × 25 × 5 cm | 1.000 g | 2,90 € | Nein | ✓ national / ✗ international |
| DHL Kleinpaket | 35,3 × 25 × 8 cm | 1.000 g | ab 2,99 €* | ✓ inkl. | ✓ national |
*DHL Kleinpaket erfordert einen Geschäftskundenvertrag; Preis wird individuell auf Basis des Versandvolumens verhandelt.
Maße und Porto
Der Maxibrief bewegt sich in diesen Grenzen:
- Mindestmaße: Länge 10,0 cm, Breite 7,0 cm, Höhe 0,1 cm
- Höchstmaße: Länge 35,3 cm, Breite 25,0 cm, Höhe 5,0 cm
- Höchstgewicht: 1.000 g
Porto national seit dem 1. Januar 2025: 2,90 € – festgelegt durch die Bundesnetzagentur, gültig bis Ende 2026 (Quelle: DHL Group).
Kein Mindestvolumen, kein DHL-Geschäftskundenvertrag erforderlich. Der Maxibrief funktioniert für private und gewerbliche Versender gleichermaßen – mit einer einfachen Briefmarke oder Onlinefrankierung.
Es gibt auch den Maxibrief Plus für besonders sperrige nationale Sendungen: bis 2 kg, L + B + H max. 90 cm, keine Seite länger als 60 cm. Preis: 5,10 €. Für E-Commerce-Brands mit kompakten Produkten ist das aber selten relevant.
Was der Maxibrief von Großbrief und Kompaktbrief unterscheidet
Wer sich fragt, warum Beckmann drei separate Seiten für Brief-Formate führt: weil die drei Formate drei strukturell verschiedene Versandprobleme lösen.
Der Kompaktbrief (max. 23,5 × 12,5 × 1 cm, 50 g, 1,10 €) ist das Format für Produkte, die fast keine dritte Dimension haben – Schmuck in Flachverpackung, Sticker, dünne Accessoires. Der Großbrief (max. 35,3 × 25 × 2 cm, 500 g, 1,80 €) nimmt DIN-A4-Fläche bei sehr geringer Höhe – Postkarten, dünne Bücher, flach gefaltete Textilien.
Der Maxibrief nimmt dieselbe Grundfläche wie der Großbrief, erlaubt aber 2,5 × mehr Höhe (5 cm statt 2 cm) und das doppelte Gewicht (1 kg statt 500 g). Die 1,10 €, die er mehr kostet als der Großbrief, sind oft genau die Frage: Passt das Produkt noch flach genug in den Großbrief – oder braucht es die fünf Zentimeter?
Typische Maxibrief-Produkte: Kosmetik in kleinen Döschen, Supplements in Sachet-Verpackung, komprimierte Textilien (Socken, Schlafmasken), kleine Bücher und Hefte, dünne Elektronikaccessoires, Schmuck in Geschenkschachteln bis 5 cm Höhe.
Tracking: Was es kostet, was es bringt
Der Maxibrief hat keine integrierte Sendungsverfolgung. Das ist der strukturelle Unterschied zu DHL Kleinpaket, das Tracking standardmäßig enthält.
Wer für den Maxibrief Tracking möchte, hat seit Ende 2024 eine einzige Option: Einschreiben (+2,65 €). Das dokumentiert Einlieferung und Zustellung – aber es ist keine durchgehende Sendungsverfolgung in dem Sinne, wie Kunden sie von DHL-Paketprodukten kennen. Den Scan-Status auf dem Transportweg gibt es dabei nicht.
Das hat praktische Konsequenzen. Für Produkte unter einem bestimmten Warenwert – wo eine verlorene Sendung leichter abzuschreiben ist als ein Tracking-Aufpreis – kann das vertretbar sein. Für regelmäßige Vielversender mit Kundenanfragen zum Lieferstatus ist fehlende Sendungsverfolgung allerdings ein operativer Kostenfaktor, der in der simplen Porto-Kalkulation nicht auftaucht.
Maxibrief oder DHL Kleinpaket – die eigentliche Entscheidung
Das ist die Frage, die die meisten E-Commerce-Guides nicht stellen. Die Antwort hängt von drei Variablen ab:
Volumen. Das DHL Kleinpaket braucht einen DHL-Geschäftskundenvertrag – und dieser lohnt sich bei regelmäßigen Versandmengen. Wer sporadisch oder gerade erst anfängt, greift mit dem Maxibrief zu einem Format, das ohne Vertrag, ohne Mindestmenge und ohne Setup-Aufwand funktioniert.
Höhe. Das DHL Kleinpaket erlaubt 8 cm Höhe – 3 cm mehr als der Maxibrief. Wer ein Produkt hat, das 6 oder 7 cm hoch ist, hat ohnehin keine Wahl.
Tracking und Haftung. Das Kleinpaket enthält Sendungsverfolgung und eine Grundhaftung bis 20 € pro Sendung. Beim Maxibrief gibt es beides nur gegen Aufpreis. Für Produkte mit nennenswertem Warenwert ist das relevant.
Eine einfache Entscheidungsregel: Wer regelmäßig mehr als 50–100 Sendungen pro Monat hat, ein DHL-Geschäftskundenkonto besitzt oder Produkte mit mehr als 5 cm Höhe versendet, ist mit dem Kleinpaket besser bedient. Für kleinere Brands, Testläufe oder Produkte, die sicher in 5 cm passen und niedrigen Warenwert haben, kann der Maxibrief die sauberere Lösung sein.
Wer beide Formate im Fulfillment-Betrieb mischt – Maxibrief für flache Produkte, Kleinpaket für alles andere – braucht entweder eine saubere Versandart-Logik im Shop-System oder einen Partner, der das automatisch nach Produktmaß und Zielland steuert.
Der Fehler, den viele Brands beim internationalen Versand machen
Hier wird es wichtig, deshalb klar formuliert: Der Maxibrief International darf keine Waren enthalten. Er ist ausschließlich für Dokumente zugelassen – Magazine, Unterlagen, Papier-Inhalte. Wer physische Produkte international per Maxibrief versendet, riskiert, dass die Sendung im Zoll aufgehalten oder zurückgeschickt wird.
Das ist kein Randproblem. Wer die nationale Logik „Maxibrief = günstiger Versand für kleine Produkte“ eins zu eins auf den internationalen Versand überträgt, läuft in eine Falle.
Die richtige Alternative für den internationalen Warenversand bis 1 kg in über 220 Länder ist die Warenpost International – mit den Varianten Standard (ohne Tracking) und Premium (mit Tracking und Haftung in vielen Ländern). DHL führt das Produkt unter dhl.de/warenpost-international.
Laufzeit
Briefe erreichen den Empfänger seit dem neuen Postgesetz (gültig ab 1. Januar 2025) in der Regel am übernächsten Werktag. Das gilt auch für den Maxibrief. Wer eine Zustellung am nächsten Werktag benötigt, kann ein Einschreiben nutzen – dieses übernimmt seit Abschaffung des Prio-Briefs Ende 2024 die Rolle der beschleunigten Zustellung.
Verpackung
Für den Maxibrief sind Versandtaschen aus Papier oder Pappe und Maxibriefkartons aus Wellpappe die typischen Optionen. Wichtig: Die gesamte Sendung inkl. Verpackungsmaterial darf die 5 cm Höhe nicht überschreiten. Wer Produkte mit Füllmaterial oder Innenpolsterung versenden will, sollte das vorab realistisch nachmessen – 5 cm ist weniger als es klingt, wenn man die Kartonwände mitzählt.
B-Welle-Wellpappe (ca. 3 mm stark) pro Seite ergibt bei zweischichtigem Aufbau bereits 6 mm allein für die Wände. Bei 5 cm bleibt dann 4,4 cm für den Inhalt.
Maxibrief im Fulfillment
Wer kleine und leichte Waren über einen Fulfillment-Dienstleister versendet, sollte prüfen, ob der Partner auch Briefformate wie den Maxibrief anbietet. Nicht alle Fulfillment Center liefern Sendungen über das Briefnetz der Deutschen Post aus – manche beschränken sich auf DHL-Paketprodukte.
Ein Partner, der beide Kanäle anbietet, kann je nach Produktmaß und Auftragsvolumen automatisch das günstigere Format wählen. Das klingt nach einem Detail, macht über Tausende von Sendungen aber einen spürbaren Unterschied in der Versandkostenstruktur – besonders für Brands, deren Sortiment aus einer Mischung flacher und voluminöserer Produkte besteht.
Beckmann versendet für Partnerbrands sowohl per DHL Kleinpaket als auch über das Briefnetz – Versandart-Selektion nach Produktmaß, Warenwert und Zielland, automatisch im Prozess.
Fazit
Der Maxibrief ist kein universelles E-Commerce-Versandprodukt – er ist ein Werkzeug für einen klar definierten Anwendungsfall: nationale Sendungen bis 5 cm Höhe und 1 kg, ohne Geschäftskundenvertrag, ohne Mindestvolumen, für Produkte mit überschaubarem Warenwert. Wer das Profil erfüllt, zahlt 2,90 € und ist fertig. Wer skaliert, höhere Produkte hat oder Tracking braucht, schaut besser auf das DHL Kleinpaket.
Und wer international versendet: Warenpost, nicht Maxibrief.
Maxibrief FAQ
Was kostet der Maxibrief 2026?
Der Maxibrief kostet seit dem 1. Januar 2025 2,90 € national. Die Preise gelten durch Genehmigung der Bundesnetzagentur bis Ende 2026 unverändert. Der Maxibrief Plus (bis 2 kg, größere Maße) kostet 5,10 €.
Welche Maße hat der Maxibrief?
Länge bis 35,3 cm, Breite bis 25,0 cm, Höhe bis 5,0 cm, Gewicht bis 1.000 g. Mindestmaße: Länge 10,0 cm, Breite 7,0 cm. Wichtig: Verpackung zählt mit – die gesamte Sendung inkl. Karton darf 5 cm nicht überschreiten.
Hat der Maxibrief Sendungsverfolgung?
Nein – nicht standardmäßig. Tracking ist beim Maxibrief nur über ein Einschreiben (+2,65 €) möglich. Das dokumentiert Einlieferung und Zustellung, bietet aber keine Echtzeit-Statusverfolgung auf dem Transportweg. DHL Kleinpaket enthält Tracking standardmäßig.
Was ist der Unterschied zwischen Maxibrief und DHL Kleinpaket?
Beide erlauben bis zu 1 kg und 35,3 × 25 cm Grundfläche. Das Kleinpaket erlaubt 8 cm Höhe (vs. 5 cm beim Maxibrief), enthält Tracking und Grundhaftung bis 20 €, erfordert aber einen DHL-Geschäftskundenvertrag. Der Maxibrief ist günstiger (2,90 € vs. ab 2,99 €), hat kein Tracking und kein Mindestvolumen.
Brauche ich ein DHL-Geschäftskundenkonto für den Maxibrief?
Nein. Das ist einer der wenigen konkreten Vorteile gegenüber dem DHL Kleinpaket: Der Maxibrief funktioniert ohne Vertrag, ohne Mindestmenge und ohne Registrierung – mit einer einfachen Briefmarke oder Onlinefrankierung, für Private und Gewerbliche gleichermaßen.